The Cured (2017)

Klassentreffen der Ex-Zombies

Die irische Indie-Produktion The Cured will das ermüdete Zombie-Genre aufwecken. Ob das gelungen ist, erfahrt ihr in meiner Outnow-Rezension.

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The Bookshop (2017)

Ein Buch ist ein Buch ist ein Buch ist ein Buch

1959, England. Die Witwe Florence Green (Emily Mortimer) hat einen Traum: Sie will in der lauschigen Stadt Hardborough einen Buchladen eröffnen. Das freut nicht alle. Besonders die reiche Dame Violet Gamart (Patricia Clarkson) nimmt Anstoss an Florences Plänen. Gamart hat sich nämlich in den Kopf gesetzt, im alten Haus ein Kunstzentrum zu eröffnen. Sie lässt ihren Einfluss spielen, bis sich die ganze Stadt gegen den Buchladen verschworen hat. Florence kann lediglich auf die Unterstützung ihrer jungen Angestellten Christine (Honor Kneafsey) zählen. Und auf den Rat des schrulligen Bücherwurms Edmund Brundish (Bill Nighy). Doch reicht das, um gegen die gesellschaftliche und politische Intrige zu bestehen?

Schon der Trailer zu The Bookshop (2017) lässt Übles erahnen: bemühte Streicher säuseln ein stereotyp »gefühlvolles« Stück, und Bill Nighy lässt pathetische Lebensweisheiten vom Stapel. Kitsch wohin das Auge reicht, so scheint es. Leider ist das Resultat fast noch schlimmer, als der Trailer erahnen lässt. Ein bisschen Kitsch hat noch niemandem geschadet. Aber langweiliger Kitsch? Hilfe! The Bookshop krankt vor allem an einer unglaublich öden Prämisse, die von Nahem besehen noch nicht einmal viel Sinn ergibt. Die böse Violet Gamart ist also gegen Florences Buchladen. Sie will ein Kunstzentrum einrichten. Okay? Weshalb ausgerechnet dort? Es gibt auch noch andere Grundstücke, wie der Film sogar selbst klarstellt. Gibt es einen Grund, weshalb Gamart nicht dort ihr Kunstzentrum aufbaut? Nö. Jedenfalls nennt das Drehbuch keinen. So müssen wir davon ausgehen, dass Gamart eine böse Hexe ist. Einfach nur so, weil es ihr Spass macht. Öhhh. Sorgfältige Charakterzeichnung sieht anders aus.

Die Hauptfigur Florence ist nur unwesentlich tiefgründiger. Von ihr wissen wir, dass ihr Mann tot ist. Und ach ja: Sie liest gerne. Das ist alles. Dann gibt es da noch den blasierten Lebemann Milo North (James Lance), der so ziellos herum chargiert, dass es beinahe weh tun. Am liebsten würde man ihn durchschütteln und anschreien: »Alter, was ist los mit dir?« Auch die junge Schülerin Christine, die Florence zur Hand geht, scheint nur eine einzige Aufgabe zu haben: möglichst niedlich auszuschauen. Wenn es einen Preis für die undurchsichtigsten Motive von Filmcharakteren gäbe, wäre The Bookshop weit vorne mit dabei. Na gut, lassen wir kurz Fairness walten. Kann ja sein, dass die Regisseurin Isabel Coixet (My Life Without Me) das absichtlich so inszeniert hat. Dass sie die Gefühle der Dörfler absichtlich verschlossen hat. Eine Montage gegen Schluss des Filmes lässt diese Interpretation zu. Sie lässt die Bösen allesamt kurz und mysteriös in die Kamera blicken. Hmm. Nein, ganz ehrlich: Auch das wirkt eher läppisch.

Der Film ist genau das, was er zu sein scheint: Die angestaubte Geschichte einer sensiblen Frau, die von der Gesellschaft verstossen wird. Diesem Topos lässt sich durchaus etwas abgewinnen. (Man denke an den diesjährigen Oscar-Gewinner The Shape of Water.) Aber nicht, wenn es so plump und bemüht daher kommt. Da hilft auch die Romantisierung des guten alten Buches nichts. Das Motiv des Buchladens macht nur noch deutlicher, dass wir es hier mit einem hoffnungslos rückwärts gewandten Werk zu tun haben, das stilistisch nichts wagt und ein Drama ohne echte Dornen bietet. Kaum eine Einstellung sticht hervor, die Inszenierung ist bieder und eigenschaftslos. Einzig Bill Nighy hinterlässt einen Eindruck, da er zumindest ansatzweise etwas Tiefe in die Geschichte bringt. Aber letztlich bedient auch er ein Klischee: das des eigenbrötlerischen Intellektuellen.

Manchmal lässt The Bookshop Gefühle erahnen. Etwa dann, wenn sich Florence und Edmund Brundish zärtlich näher kommen. Aber diese Szenen bleiben hohl, da das Drehbuch von Coixet schlicht zu schwach und konstruiert ist. Diese Schwächen kann sie auch mit ihrer Regie nicht verbergen. Im Gegenteil: Die Makel werden noch auffallender. Es ist echt verwunderlich, wie ungelenk Coixet zu Werke geht. Viele Szenen sind holprig und schwammig. Man versteht gar nicht, worauf sie hinaus wollen. Wieder andere Szenen sind mechanisch auf eine bestimmte Information ausgelegt. Ganz zu Beginn, wenn Florence mit einem ruppigen Fischer plaudert, scheint es, als leuchteten auf dem Bildschirm die Lettern: »Achtung, Exposition!« Das ist einfach nur billig. Da hilft auch das grimmige und konsequente Ende nicht. Damit das funktionierte, müsste man sich erst für die Figuren interessieren.

The Bookshop ist ein peinlicher Reinfall: spiessig, banal und nichts sagend. Bücher allein machen eben nicht klug.

3/10

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The Silence of the Lambs (1991)

Die seichte Psyche des Genies

Eine Mordserie erschüttert Amerika. Ein Serienkiller namens Buffalo Bill (Ted Levine) treibt sein Unwesen. Er jagt Frauen, häutet und tötet sie, um sie danach in den nächstbesten Fluss zu schmeissen. Jack Crawford (Scott Glenn) vom FBI setzt alles daran, den Verrückten zu finden. Dafür greift er zu ungewöhnlichen Massnahmen. Er bittet die Auszubildende Clarice Starling (Jodie Foster) um Mithilfe. Sie soll Dr. Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) aufsuchen, seines Zeichens ebenfalls Serienmörder. Der ehemalige Psychiater wird im Gefängnis dauerüberwacht und soll Clarice Einsichten zum Geisteszustand Buffalo Bills geben. Clarice begibt sich auf emotionales Glatteis. Sie muss Dr. Lecter mehr offenbaren, als sie eigentlich will. Doch um Buffalo Bill zu schnappen, muss Claire vielleicht mehr aufgeben, als nur ihren Verstand.

Jonathan Demmes The Silence of the Lambs (1991) gilt als Meilenstein des Psychothrillers. Er gewann fünf Oscars – darunter für den besten Film – und popularisierte die Figur des intelligenten Kannibalen Hannibal Lecter, erdacht vom US-amerikanischen Autor Thomas Harris. Das Drehbuch stellte die »Psychoanalyse« des Täters ins Zentrum. Der Verbrecher ist nicht nur eine unbekannte Grösse, ein Schrecken im wabernden Dunkeln; er ist vielmehr jemand (oder »etwas«), das erforscht werden will – und zwar mit den Methoden des FBI.[1] The Silence of the Lambs verklärte die Nebenfigur Lecter zum eigentlichen Star des Filmes; der genial gestörte Verbrecher als ein verführerischer Anziehungspunkt, wie es vor ihm schon Dracula und Norman Bates (Psycho, 1960) waren; und nach ihm der Joker in seinen diversen Erscheinungsformen. Dabei muss man rückblickend eine gewisse Ernüchterung zugeben. Was Anthony Hopkins in seiner oscarprämierten Rolle als Dr. Lecter veranstaltet, ist eher Overacting, als irgend etwas anderes. Hopkins’ Mimik ist manieriert, grenzt teilweise ans unfreiwillig Komische. Und der Film kann bis zuletzt nicht beweisen, dass Lecter nun tatsächlich ein Genie ist.

Zum Glück hat The Silence of the Lambs mehr zu bieten, als Hopkins’ überbewertete Performance. Viel spannender ist die Rolle der Clarice Starling, authentisch verkörpert von Jodie Foster. Als auszubildende Agentin muss sie sich gegen eine Welt durchsetzen, die von Männern dominiert ist. Sie liefert sich nicht nur einen intellektuellen Schlagabtausch mit dem patriarchalischen Lecter, sondern auch einen physischen mit dem pseudo-transsexuellen Buffalo Bill. Hinzu kommt, dass sie als Frau beim FBI hervorsticht – sie muss sich auf eine Art beweisen, wie es ihre männlichen Kollegen nicht müssen. Clarice ist eine bemerkenswerte weibliche Heldin; vor allem deshalb, weil Demme sie an keiner Stelle auf ihre Weiblichkeit reduziert. Die Hintergrundgeschichte mit dem Unschuldslamm wirkt forciert, gibt aber immerhin etwas symbolischen Subtext.

Die Jagd nach dem verbrecherischen Monstrum Bufallo Bill fällt dafür stereotyp aus. Die psychologischen Erklärungsmuster, die uns hier vorgesetzt werden, sind dürr. Die Story selbst ist alles andere als prickelnd, aber die Umsetzung ist fraglos bestechend. Jonathan Demmes Inszenierung macht aus dem spärlichen Plot eine atemlos spannende Angelegenheit. Er lässt die Kamera abstossend nahe an Lecters und Bills Gesicht kleben. Das Publikum hat keine andere Wahl, als dem »Bösen« ins Gesicht zu sehen. Die Eröffnungsszene, die Clarice bei ihrem morgendlichen Work-out zeigt, ist ein wunderschönes Charakterportait, das ohne Worte auskommt. Bei den beiden Psychos geht Demme dann in die Vollen und verzichtet auf jegliche Subtilität. Das hat einen Effekt, hinterlässt aber oftmals einen billigen Nachgeschmack, da es arg manipulativ wirkt – im Falle von Buffalo Bill schon voyeuristisch. Etwas leisere Töne hätte The Silence of the Lambs gut getan. Die Verhandlung zwischen Lecter und der US-Senatorin ist comichaft überzeichnet. Auch die Schlusspointe muss man platt nennen. Sie ist fast schon eine Trivialisierung des Verbrechens.

Allzu oft setzt Demme auf die Sensationslüsternheit des Publikums, wirkliche Erkenntnisse und kluge Botschaften vermittelt er nicht. Trotzdem. Mit seinen formalen Qualitäten kann der Film durchaus punkten. Die Gespräche mit Dr. Lecter entwickeln eine bedrohliche Sogkraft, der man sich kaum zu entziehen vermag – auch wenn man sie leicht als prätentiös durchschaut. So ist The Silence of the Lambs solides Spannungskino, das den Oscarregen 1991 nicht unbedingt verdient hat, aber trotzdem einen bedeutenden Markstein im Subgenre des Serienmörderfilms gelegt hat.

7/10

[1] Penner, Jonathan/Schneider, Steven Jay: »Slasher und Serienmörder«. In: Duncan, Paul/Müller, Jürgen: Horror Cinema. Köln: Taschen 2017, S. 24.

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Isle of Dogs (2018)

Von Schosshündchen, Streunern und Autoritarismus

Unruhe in der japanischen Stadt Magasaki: Die Hundegrippe treibt ihr Unwesen. Der Bürgemeister Kobayashi (Kunichi Nomura) hat die Lösung: Er verbannt alle Hunde auf »Trash Island«, wo er sie ihrem Schicksal überlässt. Die Einwohner Magasakis dulden das Vorgehen. Eines Tages landet auf der Hundeinsel ein kleines Flugzeug. Darin steckt ein Junge namens Atari (Koyu Rankin), Adoptivsohn des Bürgermeisters. Er sucht seinen ehemaligen Wachhund Spots. Eine fünfköpfige Hundebande gabelt Atari auf. Die ungleiche Truppe begibt sich auf eine Odyssee in den Norden der Müllinsel. Denn dort sollen sich kannibalistische Wildhunde herumtreiben. Gerüchte besagen, dass sich Spots dort aufhalten könnte. Auf ihrer Reise müssen sie nicht nur den Widrigkeiten des Mülls, sondern auch den Schergen des Bürgermeisters trotzen.

Das freut die Freunde des absurd trockenen Humors: Wes Anderson ist wieder da! Nach Fantastic Mr. Fox (2009) liefert er seinen zweiten Stop-Motion-Film ab, der einmal mehr mit schrägen Pointen und visuellen Leckerbissen überzeugt. Für Isle of Dogs (2018) konnte Anderson eine illustre Runde von Synchronsprechern gewinnen. Die fünfköpfige Hundebande wird von Edward Norton, Bill Murray, Jeff Goldblum, Bryan Cranston und Bob Balaban gebellt. Greta Gerwig (Lady Bird) mimt die politisch engagierte Jungjournalistin Tracy Walker. Ihrer Hündin Nutmeg leiht Scarlett Johansson die verführerische Stimme. Die doppelte Oscar-Preisträgerin Frances McDormand (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri) hat eine ausführliche Sprechrolle – als Simultanübersetzerin vom Japanischen ins Englische.

Isle of Dogs folgt einem simplen Plot, der für jüngere Semester amüsant und verständlich sein dürfte – auch wenn einige Szenen auf düstere Themen wie Euthanasie anspielen. Die politische Spitzen sind denn auch eher für Erwachsene gedacht. Der autoritäre Bürgermeister Kobayashi verweist wohl nicht zufällig auf bestimmte Staatsoberhäupter. Ein Schelm, wer da an Xi Jinping, Chinas Staatspräsident »auf Lebenszeit« denkt. Oder an den Diktatoren Kim Jong-un, der die Welt derzeit in Atem hält. Auch Trump, Putin und Erdoğan lassen grüssen. Wes Anderson nimmt die Idee auf die Schippe, eine bestimmte Bevölkerungsgruppe als Sündenbock zu brandmarken und aus dem Land zu schaffen. Dabei geht er wesentlich gelassener an die Sache heran, als etwa Guillermo del Toro in The Shape of Water (2017). Bei del Toro wirkt das politische Statement erzwungen und pathetisch, während Anderson ironische Distanz bewahrt. Auch die Weltverbesserin Tracy Walker wird von Spott nicht verschont. Aber natürlich liegt die Sympathie des Regisseurs eindeutig auf   der Seite der rebellischen Hunde, die die Macht des diktatorischen Bürgermeister brechen wollen.

In den hündischen Dialogen beweist Anderson einmal mehr seinen staubtrockenen und spleenigen Witz. Obwohl der Plot reichlich vorhersehbar ist, kann man sich trotzdem nie sicher sein, was die Protagonisten als nächstes plappern. Die Geschichte verzweigt sich in Rückblenden, die etwas von der linearen Logik ablenken. Herzstück von Isle of Dogs ist allerdings definitiv die Optik. Sie ist wundervoll verspielt und »taktil«. Jedes Staubwölkchen und jedes Fellbüschel scheint liebevoll gestaltet. Man wünscht sich, ein Augenpaar mehr zu haben, um auch ja keine Kleinigkeit zu verpassen. Allein der Wechsel zwischen Stop-Motion, klassischem Zeichentrick und Holzschnitten à la Hokusai ist bezaubernd. Der Beitrag der Musik ist gross. Alexandre Desplat hat einen Soundtrack mit starker Perkussion gestrickt, die den Bildern den Puls vorgibt. Isle of Dogs ist eine extrem rhythmische Angelegenheit, Montage und Mise en Scène sind gleichermassen streng. Alles ist symmetrisch und klar aufgebaut. Ein Perfektionismus, der karikaturistisch anmutet – umso mehr, wenn man an das Thema der politischen Gleichschaltung denkt. Wes Anderson hat ein Talent für visuelle Lakonie. Oft muss man allein deswegen schmunzeln, weil die Hunde wie Puppen inszeniert im Bild rumstehen.

Auch wenn die Darstellung der japanischen Gesellschaft zuweilen stereotyp ausfällt, spürt man doch die Wertschätzung Andersons gegenüber der asiatischen Kultur. Otaku-Anspielungen beiben uns zum Glück erspart. Die Verweise sind eher High-Brow, man denke an den Cameo von Yoko Ono. Sieht man vom Subtext ab, ist Isle of Dogs nicht besonders gehaltvoll, das muss man zugeben. Die Charaktere bleiben Skizzen – fürsorgliche Skizzen, wohlgemerkt. Der Plot ist und bleibt vorhersehbar, sei er noch so selbstironisch vorgetragen. Was dem Film inhaltlich fehlt, macht er stilistisch mehr als wett. Und am Ende kommt man mit einem wohligen Gefühl aus dem Kino heraus.

Isle of Dogs ist ein toller Familienfilm über Treue, Freundschaft und Autoritarismus. Süss, aber nicht verkitscht. Witzig und satirisch, aber nicht forciert. Verspielt und streng zugleich. Ein Muss für Japan-, Hunde- und Filmliebhaber.

9/10

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Mindhunter – Staffel 1 (2017)

Der Psychothriller ist tot. Lang lebe der Psychothriller.

Psychokiller üben eine seltsame Faszination aus. Sie morden nicht aus einem nachvollziehbaren Affekt heraus, sondern werden von einem düsteren Drang getrieben, der »normalen« Menschen unverständlich bleiben muss. So scheint es zumindest. Holden Ford (Jonathan Groff), FBI-Agent in 1977 in den USA, ist da anderer Meinung. Er glaubt, die Motive dieser »Psychos« lasse sich erklären. Wenn man ihnen nur lange genug zuhört. Sich auf sie einlässt. Holden eckt mit seinen Ideen an – vor allem bei seinem Vorgesetzten Shepard (Cotter Smith). Allerdings findet er bald einen ruppigen, doch zuverlässigen Partner: Gemeinsam mit Bill Tench (Holt McCallany) besucht er Serienmörder, befragt sie über ihre Gefühle und Lebensgeschichten. Das Projekt erweckt die Aufmerksamkeit der Psychologieprofessorin Wendy Carr (Anna Torv). Sie gesellt sich zum Team und verleiht den Befragungen eine Wissenschaftlichkeit, die sie dringend nötig haben. Langsam aber sicher stellen sich auch erste Erfolge in der Praxis ein. Doch Holden, Bill und Wendy laufen Gefahr, Opfer ihrer eigenen Methoden zu werden. Die verstörenden Interviews gehen nicht spurlos an ihnen vorbei.

Regisseur David Fincher (Fight Club, The Social Network) hat nicht nur im Kino seine Fussabdrücke hinterlassen; mittlerweile beeinflusst er auch die zeitgenössische Serienwelt massgebend. Für den Streaming-Dienst Netflix produzierte er die Polit-Satire House of Cards – die erste Eigenproduktion des US-amerikanischen Unternehmens überhaupt. 2017 legte Fincher Mindhunter nach. Einmal mehr widmet er sich dem Genre, das einst seinen Ruhm begründet hat: dem Psychothriller. Seit dem Erfolg Se7en (1995) beschäftigt sich Fincher mit Psychokillern, ist aber Film für Film subversiver geworden. In Zodiac (2007) verschiebt er den Fokus vom Killer auf die Detektive. Er porträtiert drei Männer, die verzweifelt die Identität des enigmatischen Zodiac-Mörders aufdecken wollen – und die an ihrer Obsession zugrunde gehen. In Gone Girl (2014) schliesslich unterwandert Fincher den Begriff des Verbrechens an sich; hier ist der kriminalistische Plot lediglich Aufhänger für ein satirisches Gesellschaftsbild. »Wir alle sind Psychos«, scheint er sagen zu wollen. Und so scheint Fincher, Meister des Thrillers, erfolgreich auf die Auflösung ebendieses Genres hingearbeitet zu haben. Denn: Wenn wir alle Psychos sind, dann ist es unredlich, Massenmörder à la Hannibal Lecter zu verklären.

Nun also Mindhunter. Kann diese Serie Finchers Filmographie überhaupt noch etwas Neues hinzufügen? Sie kann. Denn sie sucht eine selbstreflexive Meta-Ebene. Ähnlich wie Zodiac konzentriert sich Mindhunter auf die Psyche derer, die Verbrechen aufklären wollen. Oder besser: Die Psyche derer, die Verbrechen erklären wollen. Denn darum geht es Holden und Bill letztlich: Sie wollen verstehen, was Menschen dazu treibt, methodisch und kaltblütig Menschen zu töten. Sie beginnen als FBI-Agenten und verwandeln sich schrittweise in Wissenschaftler. Es geht nicht mehr darum, Verbrechen zu bestrafen. Es geht darum, sie zu verhindern. Man kann die Serie als Essay zum Begriff »Serienkiller« lesen. Jede Folge widmet sich einem anderen Archetypen des Psychopathen: der organisierte und der unorganisierte, der intellektuelle und impulsive. Im Vordergrund stehen die Erkenntnisse der »Behavioral Science Unit« des FBI. Holden & Co. können mit ihren Methoden zwar Verbrecher dingfest machen, aber diese Erfolge erscheinen immer als Pyrrhussiege. Die Rechtssprechung hinkt der Wissenschaft hinterher und fällt fragwürdige Urteile. Und allzu viele Verhaftungen gefährden den Fortschritt der wissenschaftlichen Untersuchungen – denn wer will schon mit den Verhaltensforschern kooperieren, wenn er den Hammer der Justiz fürchten muss? Wo die klassische Folge eines Crime-Dramas endet, fängt Mindhunter erst an.

Mindhunter spielt allerdings die grösste Stärke einer Serie aus: nuancierte Charakterzeichnung. Holden Ford entwickelt sich vom unsicheren Forscher zum arroganten Sherlock Holmes, Bill Tench mausert sich vom ruppigen Gefährten zur kritischen Stimme der Vernunft. Die Gespräche mit den Serienkillern schleichen sich in den Alltag des Gespanns Holden/Bill. Mit seiner aufgeschlossenen Freundin Debbie Mitford (Hannah Gross) entdeckt Holden eher abseitige Sexualpraktiken, während er über die »kranken« Gelüste seiner Forschungsobjekte schnaubt. Und Bill findet in seinem eigenen Adoptivsohn eine beunruhigende Entsprechung zu den Verbrechern, die er interviewt. Die Arbeit zermürbt sie, und die beiden driften auch emotional auseinander. Der Topos des verzweifelten Ermittlers ist etwas abgenutzt, aber Fincher tritt so classy, reduziert und menschlich an ihn heran, dass das kaum stört. Man freut sich einfach darüber, dass in Mindhunter mindestens fünf intelligente Protagonisten miteinander agieren. Diese Figuren haben etwas zu sagen, hinterfragen sich selbst und ihre Forschung. Es wirkt selten so, als wolle uns Fincher etwas aufdrängen. Das war bei Se7en noch anders. Angenehm auch, dass die Serie gemächlich voran schreitet und selbstsicher auf Schauwerte pfeift. Hier muss man mitdenken, um Spass zu haben.

Filmisch bietet uns Fincher wie gehabt Grossartiges: seine Bilder sind chirurgisch präzise und elegant unterkühlt. Wenn ich »Fincher« schreibe, meine ich auch die fünf Co-Regisseure, die sich für die Episoden 3 bis 8 verantwortlich zeichnen. Sie ziehen den Fincher-Stil konsequent und unprätentiös durch. Handfeste »Wow«-Momente gibt es selten. Zu nennen wäre hier die Montage in Episode 2, die das Verstreichen der Zeit illustriert, indem sie ähnliche Handlungen in einem Schnittgewitter aneinanderreiht. Oder die Szene in Episode 10, in der die Kamera Hoden und Debbie beim Einkaufen folgt, wobei sie – zwischen den beiden und vor dem Einkaufswagen – von hin und her schwenkt, um Holden bei der Auswahl der Waren zu beobachten. Wenn Debbie nach etwas greift, bleibt die Kamera stur auf Holden gerichtet. Bis ganz zum Schluss, wo die Kamera mit Debbie davonfährt und Holden im Hintergrund verschwimmt. Eine so subtile wie kraftvolle Art, das Auseinanderleben zweier Menschen darzustellen.

Mindhunter ist ein gruseliger und kluger Meta-Thriller. Ein Genuss. Wer die langsame Expositions-Episode durchsteht, auf den wartet eine fesselnde Reise in die Psyche von Serienkillern. Man muss Fincher vorwerfen, dass er die Mystifizierung des gestörten Schwerverbrechers trotz analytischem Scharfsinn nicht ganz los wird. Immerhin thematisiert er dieses Phänomen selbstreflexiv. Die Serie scheint ohnehin ein Stück Selbstbefragung zu sein. In der letzten Folge wird der Verhaltensforscher Holden direkt mit einem Regisseur verglichen. Auf Audiokommentaren witzelt Fincher regelmässig darüber, dass er »nun schon wieder einen Serienkiller-Film« gedreht habe. Man wundert sich, weshalb. Aber noch interessanter ist die Frage, weshalb wir – das Publikum – so besessen sind von diesem Subgenre. Wer weiss. Nur eines ist sicher: Netflix hat die zweite Staffel von Mindhunter bereits angekündigt. Sie kann nicht früh genug kommen.

9/10

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13 Tzameti (2005)

»Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf.«

(Die folgende Rezension enthält leichte Spoiler. Meine Empfehlung: Erst den Film schauen, bevor ihr irgend etwas über ihn in Erfahrung bringt.)

Frankreich. Der georgische Einwanderer Sébastien (George Babluani) repariert für einen älteren Herrn namens Jean-François Godon (Philippe Passon) das Dach. Eines Tages stirbt Godon überraschend an einer Überdosis. Sébastien lässt einen Brief mitgehen, der eigentlich für seinen ehemaligen Arbeitgeber bestimmt war. Er weiss nur eines: Godon wollte die Anweisungen des Briefes befolgen, um seine Geldprobleme zu beseitigen. Nun will Sébastien an seine Stelle treten. Er weiss nicht, auf was für ein gefährliches Geschäft er sich da einlässt.

13 Tzameti (2005) beginnt als ruhig beunruhigendes Stimmungsbild. Der georgische Regisseur Géla Babluani verbringt viel Zeit im desolaten Heim Jean-François Godons, wobei er es schafft, ohne viele Tricks eine ominöse Stimmung zu schaffen. Gezeigt wird Godon, wie er unter Drogen, Altersverwirrung und Armut leidet. Und Sébastien, der Godon heimlich belauscht – und deshalb vom seltsamen Brief weiss. Die Schwarzweiss-Bilder sind unaufgeregt, klar und stilvoll. Nach dem Tod Godons zieht Babluani die Spannungsschraube langsam und mit sicherer Hand an. Sébastien folgt den Anweisungen des Briefes, die Etappe für Etappe zwielichtiger werden, da sie darauf angelegt sind, seine Spuren zu verwischen. Bald ist klar: Hier stimmt etwas ganz und gar nicht. Sébastien läuft Gefahr, sich in etwas Verbrecherisches zu verwickeln.

Das ist denn auch der Fall. Worum es genau geht, muss ich an dieser Stelle offen lassen. 13 Tzameti ist so ein Film, den man am besten ohne jegliche Vorkenntnisse schaut. Die Wirkung ist umso stärker, je weniger man weiss. Nur so viel: Der Mittelteil des Filmes ist ganz, ganz grosses Spannungskino. Meisterhaft inszeniert Babluani ein perverses Spiel um Leben und Tod, das den anfangs unbedarften Sébastien in ein anderes Wesen verwandelt. In ein düsteres. Hauptdarsteller George Babluani – der Bruder des Regisseurs – vollzieht einen glaubwürdigen Wandel von Unschuldslamm zu Antiheld. Seine Physiognomie und Mimik erinnert in einer Einstellung (bewusst?) an Anthony Perkins’ Norman Bates in Psycho (1960). Der »Antagonist« Jacky (Aurélien Recoing) ist noch faszinierender: hinter seinem harten Äusseren schimmert eine Trauer und Schwäche durch, die berührt. Die anderen Schauspieler agieren adäquat, aber nicht herausragend. Das ist allerdings auch nicht nötig, da der eigentliche Star Géla Babluani ist.

Regisseur Babluani mischt einen saftigen Gefühlscocktail: Gier, Not, Sucht, Hoffnungslosigkeit, Angst und Hass vermischen sich zu einem einzigartigen Adrenalin-Rush. Er erzählt seine Geschichte ohne viele Schnörkel. Man kann die Geschehnisse in 13 Tzameti sozialkritisch lesen – man muss aber nicht. Am besten ist der Film dann, wenn er die dialektischen Beziehungen zwischen Jäger und Gejagten, zwischen Herr und Sklave, erforscht. Zu sehen, wie sich der Gequälte mit dem Quälenden verbrüdert (und der Zuschauer mit dem Quälenden), ist eine wahrhaft schockierende Erfahrung. Auf subversive Weise macht uns Babluani zu Komplizen der Reichen und Mächtigen. Zu Voyeuren. Denn ebenso wie sie lechzen wir danach zu wissen, wie es weiter geht. Der Film macht erfahrbar, weshalb sich Menschen gegenseitig Gewalt antun. Und weshalb andere Menschen ihnen dabei zuschauen. Sie tun es nicht nur, weil sie böse sind. Sondern (auch), weil sie den Kick lieben. The Thrill of the Kill, sozusagen.

»Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf«, so könnte das Motto dieses Filmes lauten. Er erforscht diesen Satz allerdings nicht moralisch, sondern aus einer beinahe nihilistischen Warte. Das ist die grosse Leistung von 13 Tzameti. Er bietet weder Trost, Kontext, noch Auflösung. Leider weicht das Ende den kompromisslosen Ansatz auf. Die Schlusspointe ist vorhersehbar und lässt einen schalen Nachgeschmack zurück. Als hätte Babluani nicht ganz gewusst, wie er diese Tour de Force beenden sollte.

Aber eine Tour de Force bleibt 13 Tzameti; ein hitziger Psychothriller scheinbar ohne Gewissen. Man mag das Gezeigte sinn-, herzlos und zuweilen langweilig finden. Aber vergessen wird man es nicht so schnell.

9/10

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Ready Player One (2018)

Spielberg läuft Amok mit der Postmoderne

Wir schreiben das Jahr 2045. Die Erde ist derart verwüstet, dass sich die Menschen lieber in eine virtuelle Realität namens OASIS verkriechen. Dort können sie in jede Rolle schlüpfen, die ihnen genehm ist: ob dick oder dünn, gross oder klein, Frau oder Mann. Der schüchterne Nerd James Halliday (Mark Rylance), der OASIS einst schuf, hat ein Geheimnis in den Code des Spiels versteckt – ein so genanntes »Easter Egg«. Wer es findet, darf die Herrschaft über die virtuelle Realität übernehmen. Um das Easter Egg zu finden, benötigt man drei Schlüssel. So machen sich Clans und Einzelkämpfer fiebrig auf die Suche. Einer dieser Einzelkämpfer ist Wade Watts alias Parzival (Tye Sheridan). Als er durch einen Geistesblitz den ersten der Schlüssel ergattert, gerät OASIS in Aufruhr. Wade landet auf dem Radar der Organisation IOI, die die Macht über OASIS an sich reissen will. Und auch gegen diverse andere Mitspieler muss er sich durchsetzen. Ein Spiel um Leben und Tod beginnt.

Postmoderne Erzähler (glauben zu) wissen, dass es auf dieser Welt keine originellen Stoffe mehr gibt. Deshalb kratzen sie aus dem Kanon der Kultur ihre Referenzen zusammen und basteln einen bunten Teppich an Referenzen. Dieser Ansatz hat uns Meisterwerke wie Pulp Fiction (1994) beschert. Und oberflächliche Flickwerke wie Star Wars (1977). Pulp Fiction ist deshalb so gut, weil Regisseur Quentin Tarantino virtuos das Medium Film neu auslotet. Er erreicht eine spielerische Meta-Ebene. Star Wars ist deshalb so öde, weil George Lucas die Zitate glatt wischt. Die Referenzen fügen sich zu einer eigenschaftslosen Masse; »für jeden was dabei«; Einheitsbrei. Für Blockbuster hat sich dieses Rezept bewährt. Die Tricks der Postmoderne sind längst im Mainstream angekommen. Selbst der erratische Tarantino ist zahm geworden.

Wir schreiben das Jahr 2018. Ready Player One feiert Premiere. Es ist die endgültige Implosion des postmodernen Kinos. Der Verantwortliche? Niemand Geringeres als Steven Spielberg, Gründerfigur des zeitgenössischen Hollywoods. Der Plot von Ready Player One, basierend auf dem gleichnamigen Buch von Ernest Cline, geht von der Idee aus, dass OASIS-Schöpfer James Halliday ein Popkultur-Nerd war. Er hat gefühlt alle Filme, Videospiele und Songs konsumiert, die es in den 70ern und 80ern gab. Deshalb muss man selbst mit der Kultur jener Zeit vertraut sein, um seine Rätsel zu lösen. Der böse Chef von IOI (Ben Mendelsohn) engagiert denn auch eine Armee von Geeks, um Halliday auf die Schliche zu kommen.

Es scheint fast so, als hätten diese Geeks auch gleich den Film für Spielberg gedreht. Denn Ready Player One besteht beinahe überwiegend aus popkulturellen Verweisen, die sich auch auf die 90er-, 2000er- und 2010er-Jahre erstrecken. Back to the Future, Robocop, Blade Runner, Alien, Akira, Child’s Play, Godzilla, Tomb Rider, Overwatch, Halo, Mario Kart, you name it. Besonders schlimm ist, wie Spielberg einen Klassiker des Horrorkinos zu einem billigen Gruselkabinett verstümmelt. Und neben diesen Fussnoten, sollte es da nicht auch noch einen Plot geben? Denkste. Während sich George Lucas zumindest die Mühe gemacht hat, aus den zusammengeklaubten Stoffen, Genres und Motiven ein grosses Ganzes zu formen, pfeift Spielberg auch auf diese Mühe. Ready Player One wirkt wie ein Worst-of aller Blockbuster. Beinahe jede Szene ist ein unsägliches Klischee. Die Charaktere sind bestenfalls eindimensional. Wade ist Held Nummer 125A, und der Antagonist schmieriger Saftsack Nummer 253B. Dazu gesellen sich ein trotteliger Sidekick, gleich zwei asiatische Supergamer und coole Rothaarige Nummer 517C, auch bekannt als Love Interest Nummer 1168X.

James Halliday ist wahlweise ein schrulliger Informatiker oder (in OASIS) ein weiser Magier à la Gandalf. Immerhin schafft es Schauspieler Tye Sheridan, seinem Halliday etwas Menschlichkeit einzuhauchen. Aber das nützt wenig, denn diese Menschlichkeit wird gleich wieder von schrecklichen Stereotypen erstickt. Den Plot kann man sich nach zehn Minuten selbst zusammenreimen, von Spannung keine Spur. Fast schon bewundernswert, wie akribisch Spielberg jede Phantasielosigkeit ausschlachtet. Wenn man wollte, könnte man Ready Player One als Parodie auf Hollywood lesen. Aber dafür nimmt sich der Film viel zu ernst. Wenn er eine Parodie ist, dann eine ungewollte – und unfreiwillig komische. Die Kampfszenen sind übertrieben episch und folgen einer abgeschmackten Videospiel-Ästhetik. Grässlich. Und ach ja: Der Film hat Spezialeffekte. Sehr viele davon. Toll. Ähm, ich meine: Urks.

Wenn dieser Film postmodern ist, dann ist er die Pervertierung der Postmoderne: Referenzen en masse, Meta-Ebene null. Hin und wieder schafft es Spielberg, einige magische Momente auf die Leinwand bringen. Aber diese Momente lassen sich an einer Hand abzählen. Der Rest ist totaler Murks. Und Ready Player One dauert stolze 140 Minuten! Da muss man schon eine Engelsgeduld aufbringen. Es sei denn, man geniesst seelenlose Hochglanz-Action. Den Einwand, dass man vor dem Film eben das Hirn abschalten müsse, um ihn zu geniessen, erspare man mir bitte. Wer diesen Quark geniessen will, muss sein Hirn so weit wegschmeissen, dass er es danach vielleicht nicht mehr findet. Ready Player One ist schlicht eine Beleidigung: unlogisch, oberflächlich, pathetisch, künstlich. Fauler Zauber. Bitte, Herr Spielberg, verschonen Sie uns in Zukunft mit solchem selbstverliebten und grössenwahnsinnigen Unsinn.

2/10

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